Fruchtsäurepeeling

Bei dem Fruchtsäurepeeling handelt es sich um ein kosmetisch-dermatologisches Verfahren, das zu den chemischen Peelings (engl. to peel: "abschälen") gehört. Das Verfahren wird vor allem zur Behandlung von kleinen Unreinheiten und Falten der Haut eingesetzt. Das Prinzip des Peelings besteht in der Ablösung abgestorbener Hautzellen der obersten Hautschicht (Epidermis) und in der Anregung des Hautstoffwechsels. Im Falle des Fruchtsäurepeelings werden natürliche Säuren verwendet wie z. B. Apfelsäure.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Akne – Acne vulgaris (“gewöhnliche Akne“), Akne comedonica (leichteste Form der Akne vulgaris; sie zeichnet sich vor allem durch das Auftreten von Komedonen/Mitessern auf), Akne excoriée (Hier liegt keine Erkrankung der Haut vor, sondern die Hautveränderung beruht auf neuerotischem Kratzen und Drücken)
  • Aktinisch (licht) geschädigte Haut – z. B. feine Fältchen
  • Aktinische Keratose (Präkanzerose; lichtverursachte Verhornung, die in Hautkrebs übergehen kann.)
  • Chloasma – Hormonell verursachte Hyperpigmentierung
  • Dyschromie (Pigmentationsstörungen der Haut durch einen Überschuss oder eine Verminderung von Melanin in der Epidermis/Oberhaut)
  • Grobporige Haut
  • Ichthyosen (Fischschuppenkrankheit)
  • Melasma – bräunliche Hyperpigmentierung
  • Narben – vor allem oberflächliche Aknenarben
  • Hyperkeratosen (Störung mit verstärkter Verhornung der Hautoberfläche)
  • "Skin-Rejuvination" – Hautverjüngung
  • Seborrhoische Keratose (Alterswarzen)
  • Xerodermie (trockene Haut)

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Aktive Herpes-simplex-Infektion
  • Allergien – gegenüber Peeling-Inhaltsstoffen
  • Bakterielle oder virale Infektionen der Haut
  • Behandlung mit Retinoiden sowohl extern als auch systemisch – Bis 12 Monate nach einer systemischen Therapie darf kein Peeling durchgeführt werden, bei externer Behandlung ist das Präparat eine Woche vorher abzusetzen.
  • Einnahme von oralen Kontrazeptiva (Pille) oder Hormontherapie – erhöhtes Risiko für Pigmentierungsstörungen
  • Frische Narben und Wunden
  • Neigung zu Keloiden (hypertrophe Narbenbildung)
  • Neoplasien (Neubildungen) und Tumoren (Hautkrebs) der Haut
  • Krankhaft entzündliche Hautzustände – z. B. entzündete Aknepusteln
  • Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen)
  • Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit der Haut)
  • Radiatio/Strahlentherapie – im Bereich der zu behandelnden Haut innerhalb der letzten sechs Monate
  • Regelmäßige Einnahme von Steroiden
  • Schwangerschaft
  • sehr dunkler Hauttyp
  • Teleangiektasien (Erweiterung kleiner oberflächlicher Hautgefäße)
  • vorherig durchgeführte Dermabrasion (mechanisches Peeling; Abschleifung der Haut)
  • vorherig durchgeführte Laserbehandlung der Haut (Laser-Skin-Resurfing; physikalisches Peeling)
  • vorherig durchgeführtes tiefes Peeling
  • Wundheilungsstörungen

Vor der Behandlung

Vor einer Peeling-Behandlung ist ein aufklärendes Patientengespräch und eine Anamnese notwendig, um eventuelle Allergien oder Erkrankungen (z. B. Herpes simplex), die die Behandlung gefährden könnten auszuschließen. Das Peeling wird durch eine ca. zweiwöchige Vorbehandlung begonnen. Dieses Präpeeling dient der Reduktion des Säure- und Fettgehaltes der Haut und ermöglicht die Erkennung von Patienten, die möglicherweise empfindlich auf das Peeling reagieren. Vor dem Eingriff sollten weder Make-up noch andere Kosmetika aufgetragen werden und die Haut gründlich gereinigt werden. Zusätzlich kann eine entfettende Reinigung der Haut nötig sein. Empfindliche Hautareale, die nicht Teil der Behandlung sind, werden mit Vaseline abgedeckt.

Das Verfahren

Beim Auftragen der Fruchtsäure mittels Wattestäbchen oder Pinsel, werden faltige Hautbereiche manuell gespannt, um ein gleichmäßiges Auftragen zu gewährleisten. Begonnen wird mit niedrigen Konzentrationen und einer anschließenden allmählichen Steigerung. Für das Fruchtsäurepeeling werden sinngemäß Fruchtsäuren bzw. ɑ-Hydroxy-Säuren (AHA) verwendet. Diese Substanzen wirken effektiv als Keratolytika (Stoffe, die eine Verhornung auflösen) und werden in ihrer natürlichen Form als Milchsäure (aus altem Käse, saurer Milch, Sauerkraut), Glykolsäure (aus unreifen Weintrauben oder Zuckerrohrsaft), Apfelsäure, Weinsäure (aus Weintrauben oder altem Wein) oder Zitronensäure (aus Beeren oder Zitronen) angewendet. Sie lösen den Zusammenhalt der Hornschicht und sorgen für eine Verbesserung des Hautbildes, folgende Effekte sind zudem zu beobachten:

  • Induktion der Zellproliferation (Zellvermehrung)
  • Verdickung der Epidermis (oberste Hautschicht)
  • Zunahme der Glukosaminoglykane (Protein, dass ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes ist.) in Dermis und Epidermis
  • Zunahme der Kollagenfasern

Um Schäden zu verhindern muss die Säure nach der Behandlung durch Natriumbikarbonat oder Wasser neutralisiert werden. Zuvor wirkt die Säure für ca. 1-2 Minuten ein, die Dauer und die Konzentration der Säure kann bei guter Verträglichkeit im Verlauf erhöht werden.
Das Verfahren wird abhängig von der Säurekonzentration von einem Arzt oder einer Kosmetikerin durchgeführt und hat eine geringe Eindringtiefe. Anfänglich sollte das Fruchtsäurepeeling wöchentlich oder zweiwöchentlich durchgeführt werden, im weiteren Verlauf sind 1- oder 2-monatige Abstände sinnvoll. Insgesamt werden 4 bis 12 Sitzungen empfohlen.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung können eine leichte Hautrötung (Erythem) und ein Kribbeln auftreten. Um Säurerückstände zu entfernen wird die Haut im Anschluss an das Peeling mit Wasser gereinigt. Eine Kühlung der Haut sowie das Auftragen einer pflegenden Hautcreme bilden den Abschluss des Peelings. Des Weiteren sollte ein Sonnenschutz aufgetragen werden und der Patient sollte nach der Behandlung direkte Sonneneinstrahlung für mindestens 24 Stunden vermeiden.

Mögliche Komplikationen

  • Allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe des Peelings
  • Brennen und Hitzegefühl
  • Erythem (Rötung)
  • Hautatrophie (Hautschwund)
  • Infektionen – sowohl bakteriell, viral als auch mykotisch (Pilzinfektion)
  • Milien (Hautgrieß)
  • Narbenbildung
  • Nässende Wunden
  • Pruritus (Juckreiz)
  • Reaktivierung einer Herpesinfektion
  • Schmerzen
  • Schorfbildung
  • Schuppenbildung
  • Unterkorrektur
  • Vorübergehende Hyperpigmentierungen sowie Hypopigmentierungen (Verdunklung und Aufhellung der Haut)
  • Wundheilungsstörungen

Lteratur

  1. Sterry W, Burgdorf W, Paus R: Checkliste Dermatologie. Georg Thieme Verlag 2010
  2. Wörle B, Sattler G: Ästhetische Chirurgie. W. Kohlhammer Verlag 2007
  3. Hoffmann K, Altmeyer P: Ästhetische und plastische Operationen in der Dermatologie. W3L GmbH 2007  
     
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