Pflege der Haut

Die Hautpflege erfolgt im Anschluss an die Reinigung der Haut. Bei der Pflege der Haut sollte der aktuelle Hautzustand und der Hauttyp berücksichtigt werden. Daher ist es ratsam, den eigenen Hauttyp bestimmen zu lassen. Dieses ist in einem Kosmetikstudio möglich, wird aber auch von manchen Friseuren angeboten. Eine „falsche“ Pflege kann zu Hautirritationen führen.

Die Haut lässt sich in verschiedene Hauttypen einteilen:

  • Normale Haut
    • kann ihren Fett- und Feuchtigkeitsgehalt selbst regulieren
  • Fettige Haut (Seborrhoe)
    • glänzt, hat erweiterte Poren, neigt zu Unreinheiten wie Pickel und Mitesser (Komedonen), Make-up hält nicht lange
  • Trockene und empfindliche Haut (Sebostase)
    • ist fett- und feuchtigkeitsarm, erscheint stumpf und glanzlos, ist spröde, rau oder schuppig, spannt nach dem Reinigen und verliert an Elastizität
  • Mischhaut
    • gekennzeichnet durch eine fettige – oftmals auch feuchte – Stirn-, Nasen- und Kinnpartie (T-Zone), während die anderen Gesichtspartien eher trocken sind. Die Körperhaut ist normal oder trocken
  • Altershaut
    • schuppt, spannt öfter und juckt
    • trockene Linien sowie Fältchen werden sichtbar

Normale Haut

Auch wenn normale Haut ihren Fett- und Feuchtigkeitsgehalt selbst regulieren kann, empfiehlt sich nach der Hautreinigung die Verwendung von Feuchtigkeitsemulsionen in Creme- oder Milchform.

Je nach Belastungsgrad der Haut durch Beruf, Haushalt und Freizeit sollte eine Stabilisierung der natürlichen Balance des Fett- und Feuchtigkeitsgehaltes erfolgen.

Die Pflegeprodukte sollten folgende Substanzen enthalten:

  • Feuchthaltesubstanzen – z. B. Glycerin, Sorbitol und Hyaluronsäure; sie verhindern die Austrocknung, indem sie den Feuchtigkeitsgehalt der Haut und damit ihre Spannkraft erhöhen
  • Lipide – schützen die normale Haut vor Austrocknung und verstärken die Barrierefunktion gegen schädliche Umwelteinflüsse

Besonders geeignet sind Hydrogele und leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen. Fettigere Wasser-in-Öl-Emulsionen sollten nur verwendet, wenn die Haut spannt oder im Winter der Kälte ausgesetzt ist.

Die Verwendung eines Gesichtswassers wirkt klärend, beruhigend und tonisierend, das heißt es erhöht die Spannkraft der Haut. Bei normaler Haut sollte das Gesichtswasser nicht mehr als 15 % Alkohol enthalten bzw. alkoholfrei sein.

Fettige Haut

Bei fettiger Haut ist eine zusätzliche Lipidversorgung (Fettversorgung) nicht erforderlich. Häufig reagiert fettige Haut auf noch mehr Fett mit Reizreaktionen und Pickelbildung.

Nach der Reinigung:

  • Mittels Wattepad ein alkoholhaltiges Gesichtswasser (< 15 % Alkohol) auftragen. Es wirkt desinfizierend, normalisiert die Talgabsonderungen, entfernt überschüssiges Fett aus den Poren und wirkt porenverengend. Außerdem erfrischt es, belebt die Haut und wirkt tonisierend, das heißt es erhöht die Spannkraft der Haut.
  • Tagsüber: Feuchtigkeitspflege mit einem Pflegeprodukt vom Typ Öl-in-Wasser (Typ Milch) oder fettfreie Produkte
    • wirkt durch Wasserabgabe kühlend
    • nach der Wasserverdunstung verbleibt ein schützender Lipidmantel auf der Hautoberfläche.
    • auch fettfreie Gele sind gut geeignet; für die Gesichtspflege ggf. ein Produkt mit desinfizierendem Inhaltsstoff wie Triclosan wählen
  • Abends bzw. zur Nachtruhe
    • leichte Feuchtigkeitscreme oder -lotion zur Regeneration der Haut verwenden
    • bei besonders fettiger Haut sollte darauf verzichtet werden

Tagescremes dienen der Pflege und dem Schutz der Haut, während Nachtcremes der Reparation und Regeneration der Haut dienen. Die Anzahl der Zellteilungen ist in den ersten Nachtstunden besonders hoch. Die Nachtcremes enthalten deshalb besonders viele Nähr- und Vitalstoffe, die diese Reparatur- und Regenerationsprozesse unterstützen.

Trockene und empfindliche Haut

Trockene Haut braucht sowohl Fett als auch Feuchtigkeit. Geeignete Feuchthaltefaktoren sind Urea (Harnstoff), Hyaluronsäure und Kollagen.

Nach der Reinigung ist für die trockene Haut besonders die Rückfettung wichtig. Ziel der Rückfettung ist es, die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen sowie den Wassergehalt der Hornschicht zu erhöhen. Liposome sind ideal, da sie in die tieferen Hautschichten eindringen und die Struktur trockener Haut verbessern helfen.

Für die trockene Haut gibt es spezielle Lotionen oder Cremes:

  • Tagsüber: Öl-in-Wasser-Cremes
    • Pflegeprodukte, die mit natürlichen Ölen angereichert sind, bevorzugen. Ungesättigte Fettsäuren wie beispielsweise Linolsäure sind besonders gut geeignet.
    • Empfehlenswert sind Cremes, die zudem Nähr- und Vitalstoffe wie Vitamin E und Panthenol (Vitamin B5) enthalten.
  • Abends bzw. zur Nachtruhe: Wasser-in-Öl-Cremes + Feuchthaltefaktoren
    • reichhaltige Nachtcreme oder ein Serum mit Hyaluronsäure zur Regeneration der Haut
  • Für extrem trockene und verhornte Hautbereiche eignen sich besonders wasserfreie Fettcremes wie Vaseline.
  • Alkoholisches Gesichtswasser sollte nicht verwendet werden.
  • Auf Produkte mit Parfüm und Konservierungsstoffen verzichten.

Generell werden im Gesicht Pflegeprodukte mit niedrigem Fettgehalt bevorzugt, am Stamm und an den Extremitäten kann der Fettgehalt höher sein. In den Sommermonaten sind Emulsionen mit hohem Wasseranteil besser geeignet.

Ein- bis zweimal wöchentlich kann nach der Reinigung und einem eventuellen Peeling eine Feuchtigkeitsmaske angewendet werden, die der Haut Feuchtigkeit zuführt und die Spannkraft verbessert.

Mischhaut

  • Menschen jüngeren Alters können die Mischhaut wie eine normale Haut pflegen.
  • Ab dem mittleren Lebensalter sollten die unterschiedlichen Hautbereiche getrennt behandelt werden:
    • im Bereich der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn): ölfreie Feuchtigkeitspflege
    • im trockenen Bereich des Gesichtes: fetthaltige Produkte

Altershaut

Bei der reifen Haut ist primär der Hydrolipidmantel gestört. Die Hornschicht ist im Wesentlichen intakt. Die pflegende Behandlung soll deshalb den fehlenden Hydrolipidmantel ersetzen.

Häufig juckt oder spannt die Haut im Alter. Dann sollte sie intensiv eingecremt werden. Es gibt Duschöle, die zusätzlich Feuchthaltesubstanzen, juckreizstillende und hautberuhigende Stoffe enthalten. Die „Wintercreme“ führt der Haut vor allem Fettstoffe und Feuchthalter zu, die das Wasserbindevermögen der Hornschicht verbessern.

Altershaut verträgt im Regelfall keinen Alkohol, denn dieser trocknet die Haut weiter aus und führt zu Reizungen. Daher sollte nur ein mildes, alkoholfreies Gesichtswasser verwendet werden.

Altershaut hat drei „Problemzonen“, die das Alter besonders schnell verraten, da sie besonders anfällig für Falten und Pigmentstörungen sind. Zu diesen Regionen gehören die Halsvorderseite, die Augenbereiche und die Handoberflächen. Diese Bereiche bedürfen der gezielten Extrapflege. Die Haut ist in diesen Partien besonders dünn mit nur gering ausgebildetem Unterhautfett und -bindegewebe. Des Weiteren fehlen in diesen Hautbereichen flüssigkeits- und fettspendende Talg- und Schweißdrüsen.

In der Augenregion ist starkes Reiben und festes Einmassieren jedoch zu vermeiden, da das Gewebe dadurch kleinste Einrisse bekommt, die später zu Schwellungen und Tränensäcken führen können.

Was kann man bei unreiner Haut tun?

Die wichtigste Maßnahme bei unreiner Haut ist die regelmäßige und tiefenreinigende Pflege (siehe unter „Hautreinigung/fettige Haut“).

Nach der Reinigung sollten stets nur Hautpflegeprodukte verwendet werden, die zusätzlich eine übermäßige Fettproduktion kontrollieren, denn die übermäßige Fettproduktion ist eine der Hauptursachen für die „unreine“ Haut. Besonders geeignet sind Produkte mit dem Zusatz „nicht komedogen“, das heißt sie enthalten keine Zusatzstoffe, die weitere Unreinheiten verursachen können.

Hautpflegeprodukte, die dafür Verwendung finden, erfüllen diese Aufgabe auf zweierlei Weise: sie trocknen Unreinheiten aus, anschließend decken sie diese gleichzeitig ab.

Bei hartnäckigen Störungen wie schwerer Akne (z. B. Acne vulgaris) sollten auch an eine medikamentöse Behandlung gedacht werden. Diese ist jedoch nur neben einer guten äußeren Pflege wirkungsvoll.

Mitesser (Komedonen) sollten durch geschulte Kosmetikerinnen nach Aufweichen der Verhornung am Follikelausgang durch Dampfbad oder spezielle Kompressen durch Aufschlitzen des Ausführungsgangs mit einem feinen Messer entfernt werden. Wenn der Hauttalg nicht fachgerecht herausgequetscht wird, kann es zu lang andauernden Entzündungen, Braunfärbung der Haut und Narbenbildung kommen.

Allgemeine Tipps

  • Auf eine ausreichende Nähr- und Vitalstoffzufuhr achten!
  • Um der Haut Feuchtigkeit zuzuführen, gibt es zwei Wege, die beide unabdingbar sind. Erstens Hydratisierung durch Wirkstoffe, die die Haut an der Oberfläche mit Feuchtigkeit versorgen. Hier entsteht gewissermaßen ein Soforteffekt. Zweitens der Weg über den Wasserhaushalt. Das heißt: trinken, trinken, trinken! Mindestens acht Gläser Wasser pro Tag.
  • Auch für die Hände gilt: pflegen, pflegen, pflegen. Nach jedem Händewaschen sollte eine nährstoffreiche Handcreme aufgetragen werden.
  • Unabhängig vom Hauttyp sollte für den Hals- und Dekolletébereich ein fettreiches Pflegeprodukt verwendet werden.
  • Trockene Haut:
    • Meiden von Wollkleidung, besonders, wenn die Kleidungsstücke direkten Hautkontakt haben; stattdessen Baumwollkleidung tragen
    • Überprüfung der Dauermedikation wg. möglicher Auswirkung auf die trockene Haut
    • Vermeidung von Umweltbelastungen:
      • Reizstoffe (Chemikalien, Lösungsmittel)
      • Klimaanlagen (trockene Luft)
      • Überheizte Räume (maximal 21 °C)
      • Trockenes Raumklima → Luftraumbefeuchter einsetzen
      • Sonne (häufige Sonnenbäder) → Sonnenschutz!
      • Winter (Kälte)
        • In der kälteren Jahreszeit kann es sein, dass die Haut mehr Feuchtigkeit und Fette benötigt, sodass ein Pflegeprodukt gewählt werden sollte, das verstärkt nährende, feuchtigkeitsspendende und rückfettende Eigenschaften besitzt.
        • Schützen der Haut durch das Tragen von Handschuhen – die Produktion von Hauttalg vermindert sich schon bei Außentemperaturen von 8 °C)

Empfehlungen zur Pflege spezieller Bereiche siehe unter „Augenpflege“, „Dampfbad“, „Gesichtsmasken“, „Ölbäder“ und „Peeling“.



     
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