Ursachen
Hautalterung

Die Haut ist intrinsischen (endogenen) Einflüssen und extrinsischen (exogenen) Alterungsfaktoren der Alterung ausgesetzt.

Intrinsische Alterungsfaktoren

Die intrinsische ("innerliche") Hautalterung bzw. endogene Alterung bezeichnet das physiologische, chronologische Altern der Haut.

Faktoren der intrinsischen Hautalterung sind:

  • genetische Veranlagung
  • Hormonhaushalt (hormonelle Veränderungen im Alter: Menopause/Wechseljahre der Frau, Andropause/Wechseljahre des Mannes und Somatopause/Wachstumshormonmangel)
  • Ansammlung von Replikationsfehlern während der Zellteilung.

Hautareale, die nur durch diesen Alterungsprozess gezeichnet sind, sind z. B. Flächen an der Arminnenseite oder in der Glutealregion (Gesäßregion). Diese zeitgealterte Haut weist meist sehr feine Falten auf, die durch Wasser- und Elastizitätsverlust entstehen.

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Alkohol (Frau: > 20 g/Tag; Mann > 30 g/Tag)
    • Tabak (Rauchen) – Rauchen erhöht den oxidativen Stress und führt ebenfalls zur verstärkten Bildung und Aktivierung des Enzyms MMP-1. Die beim Kollagenabbau entstehenden Stoffwechselprodukte wirken inflammatorisch (entzündungsauslösend) und somit im Sinne von Alterung. Der Kollagenabbau ist messbar durch die Hydroxyprolin-Serumkonzentration.
  • Psycho-soziale Situation
    • Stress

Medikamente

  • Medikamente (z. B. Corticoide, die die Altershaut – durch Abnahme der Hautstärke – schneller altern lassen, d. h. die Haut wird pergamentartig)

Extrinsische Alterungsfaktoren

Die extrinsische ("äußerliche") Hautalterung bzw. exogene Alterung wird durch die Umwelteinflüsse bestimmt, denen die Haut ausgesetzt ist. Sie stellt eine Beschleunigung der intrinsischen Hautalterung durch unterschiedliche Faktoren dar:

Faktoren der extrinsischen Hautalterung sind:

  • Ultraviolettes Licht (UV-A und UV-B)Sonnenstrahlen oder entsprechende künstliche Strahlen (Solarien) beschleunigen den Alterungsprozess der Haut – man spricht in diesem Zusammenhang von Photoaging (Photoalterung; Lichtalterung).
    Für die extrinsische Hautalterung ist überwiegend die UV-A-Strahlung verantwortlich. Diese dringt tiefer in die Haut ein. Der Grund ist, sie ist gegenüber der UV-B-Strahlung längerwelliger. Dieses führt zur Aktivierung von Transkriptionsfaktoren wie AP-1 mit der Folge einer Aktivitätssteigerung von Metalloproteinasen*
  • Zigarettenrauch
  • Hitze- und Kälteeinwirkung

*Sämtliche Hautabschnitte – Epidermis (Oberhaut), Korium (Lederhaut) und subkutanes Fettgewebe – altern durch ultraviolettes Licht. Die UV-Strahlen setzen reaktive Sauerstoffverbindungen (ROS) – siehe auch oxidativer Stress – frei. Dieses führt unter anderem zu DNA-Strangbrüchen. Des Weiteren entstehen sogenannte toxische Photoprodukte, die sowohl zur Hautalterung als auch zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko führen.
Des Weiteren lösen UV-Stahlen den Kollagenabbau durch Proteolyse aus. Verantwortlich dafür sind Matrixmetalloproteinasen (MMPs).

Auch äußerlich unterscheiden sich Hautveränderungen endogener bzw. exogener Ursache. Die Falten der exogenen Hautalterung sind sehr tief, da der Elastizitätsverlust immens ist. Außerdem sieht die Haut ledrig aus und weist eine unregelmäßige Pigmentierung auf. Vor allem sonnenexponierte Hautareale wie z. B. das Gesicht oder die Hände altern vorzeitig.

Auf molekularer Ebene gibt es unterschiedliche Prozesse, die zur Hautalterung beitragen:

  • Reactive Oxygen Species (ROS) – Diese sogenannten reaktiven Sauerstoffspezies werden auch als freie Radikale bezeichnet und sind Verursacher des wichtigsten Alterungsprozesses. ROS entstehen durch die oben genannten exogenen Faktoren und bewirken die Oxidation von Proteinen (Eiweiß), Phospholipiden (Zellmembranbestandteile) und der DNA (Erbsubstanz). Um Schäden dauerhaft zu verhindern, besitzt der Organismus antioxidative Schutzmechanismen. Bei Überlastung dieser Mechanismen kommt es trotz allem zu Schädigungen der Zellen und der DNA. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter "Oxidativer Stress – Freie Radikale".
  • Matrixmetalloproteinasen – UV-Licht induziert die Bildung dieser Enzyme (Enzyme sind Biokatalysatoren; spalten hier Proteine/Eiweiß), die vermehrt zum Abbau von elastischen Fasern und Kollagen beitragen. Dies führt zum Elastizitätsverlust und zur Bildung von Falten, deren Entstehung z. B. durch den ständigen Gebrauch der mimischen Gesichtsmuskulatur besonders gefördert wird.
  • Reduktion der Wasserbindungskapazität – Gealterte Haut trocknet schneller aus und begünstigt die Faltenbildung.
  • Veränderung des HormonhaushaltesÖstrogene induzieren die Kollagensynthese und stimulieren die Bildung der Hyaluronsäure, die ein wichtiger wasserbindender Bestandteil der Haut ist. Im Alter sinkt die Hormonkonzentration ebenso wie der Kollagengehalt.
    Progesteron hemmt die Kollagenasen und damit den Kollagenabbau.
    Testosteron führt zum Crossing over (kreuzförmige Kollagenstränge). Dieses führt dazu, dass das Binde- und Fettgewebe seinen Halt bekommt (Anti-Cellulite-Faktor) – des Weiteren führt Testosteron ebenso zur Hemmung der Kollagenasen (= Hemmung des Kollagenabbaus).

Epidermis

Alterung der Epidermis (Oberhaut)
Hier führt die Alterung zu Ausdifferenzierungsstörungen von Keratinozyten (hornbildende Zellen) und führt so zur Parakeratose und Rauigkeit der Haut im Alter. Hautalterung geht dabei einher mit der Abnahme der Vitamin D-Synthese sowie der Vitamin D-Konzentration in der Haut.

Des Weiteren führt Alterung zur Abnahme der Melanozyten (Pigmentzellen der Haut). Dieses sind mit Melanin beladene Zellen, die für die Hautfarbe verantwortlich sind. Die Stimulation der Melanozyten ist gleichermaßen abhängig von UV-Strahlung wie von Stress. Beides führt zur Ausschüttung des Hormons ACTH, welches das Melanozyten-stimulierende Hormon (MSH) stimuliert und so zur Pigmentbildung anregt. Altersflecken können somit sowohl durch exogene (UV-Licht) wie auch endogene Einflüsse (Stress) ausgelöst werden.

Hautalterung bewirkt zudem die Abnahme der Langerhanszellen. Letztere sind Antigen-präsentierende Zellen der Haut. Sie haben in der Immunabwehr – beispielsweise gegenüber Bakterien und Viren – eine wichtige Funktion.

Einfluss der Hormone
Östrogene wirken auf die Epidermis anabol, das heißt stimulierend auf die Aktivität des Stratum germinativum (Keimschicht). Die Wirkung der Östrogene entsteht über die Induktion von IGF-1 in der Haut. IGF-1-Rezeptoren lassen sich im Stratum basale (Basalschicht) und Stratum spinosum (Stachelzellschicht) nachweisen. Des Weiteren stimulieren Östrogene die Ausschüttung von Histamin (Gewebshormon) aus den Mastzellen.

Des Weiteren haben Östrogene (Östradiol) Einfluss auf die Größe und den Melaningehalt der Melanozyten, das heißt sie wirken stimulierend: Bekanntermaßen können Östrogene – beispielsweise in einem Kontrazeptivum (Anti-Babypille) vorhanden oder in der Schwangerschaft vermehrt gebildet – zur Hyperpigmentierung (Chloasma) im Gesicht führen.
Auch Gestagene können im geringen Maße dazu beitragen.

Östrogene haben einen antioxidativen Schutz für die Haut, indem sie Radikale einfangen.

Testosteron wirkt über einen Keratinozyten-growth-factor stimulierend auf die Keratinozyten und führt zu einer Erhöhung des Keratingehalts.

Vitamin D3 und Thyroxin haben gemeinsam Einfluss auf die Proliferation der Keratinozyten.

Die Langerhanszellen – Antigen-präsentierende Zellen der Haut – stehen unter dem Einfluss des Progesterons.

Dermis – Bindegewebe

Alterung des Bindegewebes: Abnahme der Dicke des Koriums (Lederhaut), sowie der Fibroblasten und Mastzellen. Besonders ausgeprägt ist die Abnahme der elastischen Fasern im Korium, die für die Faltenlosigkeit von Bedeutung sind. Die UVB-Strahlen bewirken, dass die elastischen Fasern verdünnt und zerstört werden – in Folge dessen kommt es zur Aufhebung der Vernetzung der Elastica und zur Zerstörung der kollagenen Matrix. Verantwortlich dafür sind Matrixmetalloproteinasen (MMPs). Diese Alterungsprozesse werden durch endogene, das sind intrinsische Faktoren, verstärkt.

Einfluss der Hormone
M
atrixmetalloproteinasen (MMPs) werden gehemmt durch Progesteron und Testosteron.

Östrogene (Östradiol) stimulieren die Kollagensysthese und haben zudem einen positiven Effekt auf das Elastin. Dabei kommt es nicht auf die Kollagensynthese (Kollagenneubildung) an, sondern auf die Balance zwischen Auf- und Abbau.

Achtung!
Eine erhöhte Östradioldosis führt zu einer vermehrte Aktivität der Kollagenasen!

Des Weiteren stimulieren Östrogene die Synthese der Hyaluronsäure, die ein wichtiger Bestandteil der Glykosaminglykane sind.

Die Glykosaminglykane werden in folgende Gruppen unterteilt:

  • Hyaluronsäure
  • Chondroitinsulfat
  • Heparansulfat
  • Keratansulfat

Glykosaminglykane dienen der Stabilisation der Haut durch Einlagerung von Wasser. Sie sind somit ein Spiegelbild der Frische der Haut.

Talgdrüsen

Alterung der Talgdrüsen
Die Talgdrüsenfunktion ist abhängig von Sexualhormonen – Androgene und Östrogene. Ihre Funktionsfähigkeit sinkt im Alter im Vergleich zu jungen Menschen auf die Hälfte.

Einfluss der Hormone
Ursache der Alterung sind sowohl intrinsische Faktoren wie auch die nachlassende Sekretion von Sexualhormonen (Östrogene, Testosteron) wie auch der Wachstumshormone (STH, IGF-1).

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Lebensalter – zunehmendes Alter; junge Haut ist elastischer. Die biologische Hautalterung beginnt bei der Frau zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr, beim Mann ab dem 35. Lebensjahr. Etwa ab dem 40. Lebensjahr werden die ersten altersbedingten Hautveränderungen sichtbar.
  • Berufe – Berufsgruppen mit beruflichem Kontakt mit Chemikalien und UV-A und UV-B-Strahlen-Exposition 

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Ernährung
    • Unzureichende Makro- und Mikronährstoff-Versorgung (Nähr- und Vitalstoffe) – siehe Mikronährstofftherapie
  • Genussmittelkonsum
    • Alkohol
    • Tabak (Rauchen) – erhöht den oxidativen Stress und führt zur verstärkten Bildung und Aktivierung des Enzyms MMP-1 führt (Matrixmetalloproteinase), das den Kollagenabbau stimuliert.
  • Psycho-soziale Situation
    • Stress 

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Hormonstörungen – Menopause, Andropause und Somatopause

Medikamente

  • Corticoide – führen zu einer Hautatrophie (Ausdünnung der Haut)

Röntgenstrahlen

  • Bestrahlungen bei Tumorerkrankungen

Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Beispielsweise beruflicher Kontakt mit Chemikalien
  • UV-A und UV-B-Strahlen beschleunigen die Hautalterung (Photoaging)
     
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