Aknenarben

Aknenarben (ICD-10 L90.5: Narben und Fibrosen der Hautsind postinflammatorische Hyperpigmentierungen. Sie entstehen als Folge sehr schwerer Formen der Akne, wie zum Beispiel der sogenannten Acne indurata und der Acne conglobata, und werden in manchen Fällen erst Jahre später sichtbar.

Verlauf und Prognose: Vor allem, wenn Aknenarben im Gesicht vorkommen, leiden die Betroffenen sehr. Durch eine adäquate Therapie ist eine Verbesserung des Hautbildes zu erreichen. Mit einer vollständigen Restitution (Wiederherstellung) ist jedoch nicht zu rechnen.

Klassifikation

Man unterscheidet atrophische, eingesunkene Narben, von hypertrophen, hervorstehenden Narben. Am häufigsten kommen atrophe Aknenarben vor.

Klassifikation der Aknenarben:

Atrophe Narben Hypertrophe Narben
Typ Beschreibung Typ Beschreibung
Atrophe makulöse Narben
  • erythematös (mit einer Hautrötung einhergehend)
  • hyperpigmentiert oder hypopigmentiert
  • oft zigarettenpapierartig gefaltet
Perifollikuläre papulöse Narben
(perifollikuläre Elastolyse)
  • levierte, derbe, weißliche oder hautfarbene Knötchen, die geschlossenen Komedonen ähnlich sind
Wurmstichartige Narben
(Icepick scars, V-förmige Narben)
  • Durchmesser < 2 mm
  • trichterförmig, wie mit dem Eispickel ausgeschlagen
  • tief, steilwandig, bis in das untere Korium (Lederhaut) oder die Subkutis (Unterhaut) reichend
Brückennarben  
Varioliforme Narben
(Boxcar scars, U-förmige Narben)
  • Durchmesser 1,5-4 mm
  • flach (0,1-0,5 mm) oder tief (≥ 0,5 mm)
  • rund oder oval
  • steilwandig, an Windpockennarben erinnernd
Keloide
(Wulstnarbe)
 
Wellenartige Narben
(Rolling scars, M-förmige Narben)
  • Durchmesser > 4-5 mm
  • flach
  • Korium durch Bindegewebsstränge mit der Subkutis verbunden, der Hautoberfläche ein wellenartiges Aussehen verleihend
   

Bei einem Betroffenen können mehrere Narbentypen auftreten.

Symptome – Beschwerden

Aknenarben sind zu Beginn meist rötlich, da sie stärker durchblutet werden als die restliche Haut.
Nach einige Wochen bis Monaten normalisiert sich die Durchblutung und somit geht auch die Rötung zurück.

Lokalisation: Insbesondere der Gesichts- und der obere Stammbereich sind betroffen.

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)

Bei der Akne werden die Talgdrüsen in der Haut zu vermehrtem Wachstum und zu starker Talgabsonderung angeregt. An den Ausführungsgängen der Talgdrüsen kommt es außerdem zu einer verstärkten Verhornung der Haut, sodass die Talgdrüsen verstopft werden. In dem gestauten Talg finden Bakterien einen idealen Nährboden. Sie vermehren sich und führen schließlich zur Entzündung der Talgdrüsen. Die entzündeten Talgdrüsen erscheinen als gerötete und schmerzhafte Akneknötchen. Wenn diese Entzündung schließlich auch auf andere Bereiche der Haut übergreift, entstehen störende Aknenarben.

Folgeerkrankungen

  • Durch Aufkratzen oder Ausdrücken von Pickeln oder Pusteln (Eiterbläschen) wird die Narbenbildung begünstigt.

Diagnostik

Aknenarben werden durch Blickdiagnose festgestellt.

Therapie

Es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, Aknenarben zu behandeln:

  • Einzelne eingesunkene Narben können mittels Fett oder Hyaluronsäure unterspritzt werden, um sie wieder dem Hautniveau anzupassen.
  • Hervorstehende Narben kann man nicht unterfüttern, sie müssen ausgeschnitten, mittels Fräse abgetragen oder durch andere Methoden behandelt werden.
  • Großflächige Narben, die im gesamten Gesicht verteilt sind, werden mittels flächendeckender Methoden behandelt. Durch Kryopeeling (Kältepeeling), Dermabrasio (Hautabschleifung) oder chemische Peelings können alle Narben gleichzeitig behandelt werden.
  • Aknenarben können auch durch Lasertherapie (CO2-Laser, Erbium-Yag-Laser) schmerzfrei entfernt werden. Da das Narbengewebe sich nur in den oberen Hautschichten befindet, wird dieses durch die Energie der Laserstrahlen narbenfrei verdampft.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Behandlung der Akne. (AWMF-Registernummer: 013-017), Februar 2010 Langfassung
     
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